Der heilsame Unfall

Liebe Geschwister und Freunde,

zur Ehre unseres lieben Heilandes möchte ich gerne ein Zeugnis ablegen. Der Herr hat mich auf wunderbare Weise wieder auf den richtigen Weg gestellt. Nach meiner Bekehrung im letzen Jahr war alles so wunderschön und so herrlich, ich sprudelte förmlich über vor lauter Freude am Gottdienen. Irgendwann ließ diese Freude nach und es schlich sich eine gewisse Gleichgültigkeit bei mir ein. Den Grund dafür kann ich mir nicht erklären. Aber es ließ mir keine Ruhe. Ich habe weiter gebetet und bat auch einige Geschwister, für mich zu beten. Ich wollte zurück, zurück zu der innigen Gemeinschaft mit Gott, zu dieser herrlichen Quelle des Lebens.

Aber nun will ich meinem Heiland danken und über die wunderbare Hilfe berichten, die der Herr mir in seiner großen Gnade erwiesen hat. Ich darf wieder in seiner Nähe wandern und von seiner Gegenwart umgeben sein wie nie zuvor.

Am 29.06.2009 bin ich beim Kirschenpflücken aus ca. 6 Metern Höhe gestürzt und habe mich dabei sehr schwer verletzt. Der Transport in die Klinik sollte per Hubschrauber erfolgen, doch es war zu der Zeit keiner in greifbarer Nähe. So bin ich mit dem Krankenwagen im Vakuumbett in die Notaufnahme transportiert worden. Bei mir sind mehrere Wirbel und fast alle Rippen gebrochen. Meine Lunge hat am stärksten gelitten.
Vor meiner Bekehrung im letzten Jahr war ich ein sehr starker Raucher. Dieses Laster konnte ich, Gott sei Lob und Preis, von einem Tag auf den anderen aufgeben. Dennoch war meine Lunge stark vorgeschädigt, zusätzlich durch den Sturz gestaucht und traumatisiert, durch die Rippen zerstochen. Ein Wirbel war so stark zertrümmert, dass er einzustürzen drohte. Trotz der sehr schlechten Lungenfunktion haben die Chirurgen sich zur Operation der Wirbelsäule entschlossen. Es ging um Leben und Tod, es ging um gelähmt sein oder wieder gehen können. Alles war offen, alles lag in Gottes Hand. Zu der Zeit habe ich den Ernst meiner Lage nicht erkennen können, da ich unter starken Schmerz- und Betäubungsmitteln stand.

Die 13 Tage im Koma haben meiner Familie viel Kummer und Sorgen bereitet. Ich stand dem Tode näher als dem Leben. Liebe Geschwister, ich bin euch so dankbar, dass ihr in dieser schweren Zeit für mich und für meine Familie gebetet habt. Ich danke Bruder Brose für die Besuche auf der Intensivstation, ich danke für die Gebete und für die Tränen, die um meinetwillen geweint wurden.

Der Sturz hat viele Wunden geschlagen, aber er hat meine Seele geheilt. Ich darf bezeugen, dass ich noch nie unserem Vater im Himmel so nahe war, ihn so innig liebte und seine Gnade an mir so hoch schätzte. Durch meinen Unfall habe ich verspürt, wie sehr mich der Heiland liebt und wie wert ich in seinen Augen bin. Ohne Ihn bin ich ein Nichts. Er hat ein Wunder an mir getan. Ich bin meinem Gott so dankbar! Ich lobe und preise seinen herrlichen Namen.

Die Ärzte und das Pflegepersonal haben ihr Möglichstes getan. Sie konnten die "Geschwindigkeit" meiner Genesung nicht begreifen und haben sich herzlich über jeden Fortschritt gefreut. Keiner von ihnen hat das Wort Wunder ausgesprochen, aber es stand in ihren Augen geschrieben. Ich kann tatsächlich wieder gehen und mich frei bewegen.

Es gab Tage und Nächte, in denen es mir wirklich nicht gut ging. Meine Kraft schien zu schwinden, doch dann verspürte ich, wie eine tiefe Ruhe über mich kam. Ich habe die Kraft eurer Gebete verspürt. Dafür bin ich euch von ganzer Seele dankbar.

Euer Freund und Bruder W. Bindl