Die heilsame Unruhe meines Herzens

Mit diesem Zeugnis möchte ich zum Ausdruck bringen, wie Gott an mir gearbeitet hat, und dadurch mein Leben veränderte.
Noch unter dem Eindruck der Beerdigung meiner Mutter im November 2007, empfand ich ein deutliches Verlangen danach, die Gottesdienste hier in Herford zu besuchen. Ich machte mich auf, besuchte mit meiner Frau gemeinsam die Gottesdienste, hörte zu - aber verstanden habe ich nicht wirklich etwas.
Am letzten Sonntag im Januar sprach Br. C. Ress von der Erweckung der Seele des Menschen. Dieses Wort hat mich tief getroffen. Als nach der Predigt eine Einladung dazu gegeben wurde, ein neues Leben mit Gott zu beginnen und um die Vergebung der Sünden zu bitten, so hörte ich den "Ruf" ganz deutlich. Aber ich konnte nicht nach vorn gehen, weil ich es mir so schlimm vorstellte. Wir fuhren nach dem Gottesdienst wieder nach Hause.
Zu Hause merkte ich, dass mein Herz, mein innerer Zustand, mir keine Ruhe ließ. Ich hatte Angst, etwas verpasst zu haben. Die ganze Woche über betete ich im Stillen dafür - denn laut beten konnte ich nicht, dass es für mich doch noch eine Gelegenheit geben würde, der Einladung zu folgen und nach vorn zu gehen. Voll freudiger Erwartung blickte ich auf den nächsten Gottesdienst. Br. Ress predigte an diesem Sonntag von der göttlich gewirkten Trauer und der göttlich gewirkten Reue des Menschen über die Sünde. Ich erkannte in dieser Predigt mein eigenes Leben wieder. "Hier geht es doch um mich", so schien es mir. Ich habe mir fest vorgenommen: "Heute verpasse ich die Einladung nicht." Die Einladung kam. Irgendwann sagte meine Frau zu mir "Komm, lass uns gemeinsam nach vorn gehen." Erneut merkte ich diesen Kampf in mir, diese Angst, mit meinem bisherigen Leben zu brechen, Gott meine Sünden zu bekennen und mit IHM neu anzufangen. Ich fuhr wieder nach Hause ohne der Einladung gefolgt zu sein.
Am Montag ging ich dann wieder zur Arbeit, aber dieses Wort hat mir keine Ruhe mehr gelassen. Ich wurde nachts wach, die Tränen liefen mir übers Gesicht - Gott hat ganz deutlich zu mir gesprochen.
In dieser Zeit meiner inneren Unruhe, verstarb auch meine Schwiegermutter. Zur Beerdigung fuhren wir nach Stuttgart. Ihr Leben war zuletzt nur noch eine Last, und wir waren dafür dankbar, dass sowohl meine Mutter wie auch meine Schwiegermutter nun heimgegangen sind und ihre Ruhe bei unserem himmlischen Vater fanden. Ihre Last war gehoben.
Die Last meines Herzens hingegen, wurde immer schwerer. Als wir nach der Beerdigung wieder nach Hause kamen, wusste ich nicht wie ich mir helfen und was ich mit mir anfangen sollte. Ich fand einfach keine Ruhe. Und meine Frau litt mit mir.
Am 22. Februar, einem Freitag, war ich bereits von der Arbeit nach Hause gekommen und meine Frau und ich gingen unserem Alltag nach. Wie sonst auch. Wir sprachen unter anderem auch über meinen todkranken Bruder. Er brauchte Hilfe, denn auch in seinem Leben war die Sündenlast noch nicht vergeben. Ich machte mir große Vorwürfe, denn ich war der Älteste von neun Geschwistern und war ihnen allen ein schlechtes Vorbild.
Während meine Frau und ich so darüber sprachen und ich mir meine Gedanken machte kam meine Cousine. Sie erkannte sofort, dass etwas nicht stimmte und fragte: "Was ist hier denn los?" Wir erzählten ihr alles und auch, dass wir meinem Bruder Robert helfen müssen. Darauf erwiderte sie: "Brauchst nicht du vielleicht auch Hilfe?" "Ja!", sagte ich, "Ich brauche auch Hilfe!" Sie machte sich sofort los und sagte nur "Ich hole jemanden.". Ich rief ihr noch nach, dass Robert die Hilfe zuerst brauch, denn er hat nicht mehr viel Zeit. Aber sie war schon weg.
Etwa eine halbe Stunde später stand sie mit Br. H. Brose vor der Tür. Ich erzählte ihm von meinem Zustand, erzählte von alledem, was sich in der Vergangenheit so schwer auf meine Seele legte, und bat um Hilfe. Br. Brose las mir aus der Bibel, dem Wort Gottes, mehrere Verse, die mich hoffen ließen. "Und jetzt", sagte er, "beugen wir uns vor Gott und werden beten.". Noch nie in meinem Leben habe ich laut gebetet. Aber wir knieten nieder, meine Frau, meine Cousine, Br. Brose und ich. Und ich betete. Ich bat Gott nur darum, mir meine Schuld und Sünde zu vergeben. Ich sagte IHM, dass ich doch auch ein Kind Gottes werden möchte, ich konnte gar nichts anderes beten. Aber ich flehte zu Gott. Ich weiß nicht mehr wie lange es dauerte, aber irgendwann spürte ich ganz deutlich, dass mein Gebet Erhörung fand und Gott die Last meines Herzens weggenommen hat. Gott hat mir meine Sünden genommen, ER hat mir vergeben.
Ich habe es gar nicht für möglich gehalten, in diesem meinem Alter noch zu Gott zu finden. Im Laufe meines Lebens hatte ich ja immer mehr Sünden auf mein Herz gelegt, und kam aus eigener Kraft nicht davon los, ich drohte in meinen Sünden zu ersticken. Aber Gott hat mich von meinen Sünden befreit.
Liebe Geschwister, ich danke euch an dieser Stelle für die Gebete, die ihr für mich vor Gott habt lautwerden lassen. Danke! Bitte vergebt mir auch, denn ich habe vor Gott und gegenüber der Gemeinde gesündigt. Ich danke euch auch dafür ganz herzlich und bitte betet weiterhin für mich.
Ich will mein verbliebenes Leben ganz in die Hand Gottes legen. ER soll mich führen, und ein Vorbild aus mir machen, sodass ich mich nicht mehr vor meinen Geschwistern schämen müsste.
"Lieber Heiland, ich danke dir von ganzem Herzen für die Vergebung meiner Sünden. Bitte gib mir die Kraft, um nicht rückfällig zu werden. Ich will mit dir bis zum Ende meines Lebens gehen. Ich danke dir für deine Liebe. Dir sei für Alles Lob und Dank dargebracht."
Amen.
Euer Bruder im Herrn, A. Wenzel
Folgende Zeilen hat Bruder A. Wenzel selbst geschrieben, um seiner Freude über die Erlösung durch Jesus Christus Ausdruck zu verleihen und Menschen anzusprechen, die noch fern von Gott sind.
Der gute Rat
Mit Gottes Hilfe will ich´s wagen
von meinem Leben etwas sagen
hör zu mein Freund, hör zu mein Schwager
hör zu mein Klassenkamerad.
Bedaure nicht den Tag von gestern
schau nur nach vorne, nicht zurück
der Zug fährt in die falsche Richtung
und viel zu lange fuhr ich mit.
Steig aus, kommt mit, verlass das Elend,
lass dich vom Teufel nicht länger quälen!
Ich ruf es aus: ich wurd´ befreit
durch Jesu Liebe groß und weit!
Es gibt nur einen schmalen, steilen Weg
der dich aus dem Verderben führt.
Vom guten Geist lass dich besinnen
nur der da kämpft, der kann gewinnen.
Gott hat uns lieb, ich hab´s erfahren
er leitet mich und eilt zur Hilfe
er gibt mir Trost, wenn ich in Not.
Er gab seinen Sohn, welcher am Kreuze starb
um mich zu erretten vor dem Tod.
Mit Worten lässt´s sich kaum beschreiben
das Glück, das Gott mir hat geschenkt.
durch Jesus Christus und festen Glauben
der in die Ewigkeit mich lenkt.
Es ist so köstlich, dieses Wissen
dass es ein ew´ges Leben gibt.
Mein Herzenswunsch wär´ das für alle
die im Zug geblieben sind.
Tag ein, Tag aus kann ich Gott nur danken
für die glückliche Ehe, die er uns geschenkt
gesunde Kinder, Frieden, Freude
gedeckten Tisch und seel´ge Ruh´.
Wenn schwer beladen ist dein Herz
und Schuldgefühle quälen deine Seele
dann geh´ auf die Knie und fleh zu Gott:
Vergib, oh Herr, vergib mir meine Sünden!
Dein Knecht und Diener will ich sein
auch treu Dir folgen bis an´s Ende.
Gott hat dich lieb, er hilft dir heraus
aus dem Verderben dieser Welt!
Den Weg wird dir die Bibel weisen
Bleib auf dem Pfad von Jesus Christus
er führt dich himmelwärts!