Such-Box:

1908-2008 100 Jahre Gemeinde Gottes Herford

Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen.
Ps. 118,17

Ich werde nicht sterben, sondern leben

Ich werde nicht sterben, sondern leben - ausgerechnet dieses war mein Losungswort für den 31.10.2008 - der Tag, an dem unsere Tochter nach genau zwei Jahren Behandlungsdauer die Chemotherapie abgeschlossen hat. Es hat mich einfach sehr getroffen und deshalb möchte ich es zum Anlass nehmen hier noch mal ein kurzes Zeugnis zur Ehre Gottes zu schreiben.

Charlottes Krebserkrankung hatte unsere ganze Familie völlig unverhofft und deshalb auch umso härter getroffen. Als endlich klar war, was die Ursache der großen Schmerzen unseres Kindes war - ja, da war die Krankheit bereits so weit in Ihrem Körper verbreitet, dass es wirklich in einen Kampf um Leben oder Tod ging. Immer und immer wieder haben wir das zerbrechliche Leben unseres Kindes in die Hände unseres allmächtigen Vaters gelegt und auch für uns selber um die notwendige Kraft gerungen für jeden einzelnen Tag. Wir sind so dankbar, dass es die Behandlungsmöglichkeit der Chemotherapie für Charlotte gab, dass es möglich war dem Kind die Schmerzen zu nehmen und dass Gott doch Menschen mit so viel Weißheit und Verstand befähigt hat diese Möglichkeiten der Behandlung zu entwickeln.

Dennoch haben wir es immer so gesehen - unser eigenes Bemühen und Behandeln ja die ganze Therapie war alles notwendig und wichtig und doch - alles ist nur Stückwerk und an Gottes Segen ist es gelegen. In vielen anderen Bereichen unseres Lebens ist es für uns ja ganz normal, dass wir unser Bestes geben um etwas zu erreichen. Gott erwartet von uns diese eigene Initiative, wir müssen arbeiten um unser Brot zu verdienen, die Kinder müssen üben und lernen um in der Schule mitzukommen, jede Arbeit für den Herrn muss gut vorbereitet sein ABER - der Segen des Herrn zu unserem Tun, das ist doch das Geheimnis der Kinder Gottes und erst das macht unser Bemühen fruchtbar und wirkungsvoll. Wir persönlich glauben, dass es auf dem Gebiet der Krankheit auch ähnlich ist - was in unseren Möglichkeiten steht, dafür tragen wir die Verantwortung und müssen handeln und uns auch behandeln lassen. Alles Weitere dürfen wir dann aber dem treuen Vater im Himmel überlassen. Wir können es wirklich bezeugen, dass der Segen des Herrn so deutlich auf dem Behandlungsverlauf unserer Tochter lag. Die vielen Gebete der Kinder Gottes sind nicht unbeantwortet geblieben - Gott hat uns allen hindurchgeholfen und unser Kind wieder gesund werden lassen. Für uns ist es trotz aller Medikamente ein großes Wunder Gottes, für das wir täglich danken und das wir sicher nie vergessen werden. Was hat Gott doch für geheimnisvolle Wege in unserem Leben und wie gut zu wissen, dass er ja selber hinter diesem Plan steht!

Der Prediger Spurgeon führt zu diesem Losungswort aus: "Ja, ich werde von dem gegenwärtigen Leiden sprechen als von einem neuen Beispiel der wunderwirkenden Treue und Liebe des Herrn, meines Gottes. Ich werde nicht sterben, bis mein Werk getan ist. Bis der Herr es will, kann sich keine Gruft über mir schließen". Welch ein Trost liegt doch in diesem Gedanken und in diesem herrlichen Wort der heiligen Schrift!

Eure Familie Krämer