Liebe Geschwister der Gemeinde Gottes in Herford!

Zur Ehre Gottes möchte ich ein Zeugnis schreiben, um euch von meiner Bekehrung zu berichten. Bevor ich vor einigen Jahren von Deutschland hierher nach Melbourne, Australien, kam, besuchte ich die Gemeinde Gottes in Herford.

Als ich mir dieses Jahr die Pfingstgottesdienste in Herford per Livestream anhörte, bin ich auch auf die Seite mit den Erlebnissen mit Gott gestoßen. Ich las ein paar Zeugnisse, die mich aufbauten und ermutigten und  so entstand mein Wunsch, auch ein Zeugnis zu schreiben. Meines Erachtens nach bleibt manch ein Zeugnis einem länger in Erinnerung als eine schöne Predigt.

Zu aller erst möchte ich unserem lieben Vater für alles danken, was er an mir getan hat, dass er für mich sein Blut vergossen, mich gefunden und erlöst hat, auch auf der anderen Seite der Erdkugel.

Im September letzten Jahres hatte ich angefangen, mich intensiv mit dem Gedanken zu beschäftigen, dass ich nicht gerettet bin, denn ich habe von Kindheit an sehr viel aus der Bibel gelernt.

Ich hatte schon öfter flüchtige Gedanken bezüglich der Ewigkeit, aber diese drängte ich meistens von mir, ich beruhigte mein Gewissen, indem ich zu mir sagte: Lass dir Zeit, genieße das Leben, du kannst dich immer noch bekehren wenn du älter bist usw. Dabei bedachte ich nicht, dass man in der Jugendzeit viele falsche Entscheidungen trifft, die man später nicht wieder gut machen kann, auch wenn man sich entscheidet, sein Leben später zu ändern.

Bei Festversammlungen versuchte ich die Einladungen in den Gottesdiensten zu verdrängen bzw. zu meiden, denn tief in mir wusste ich, dass auch ich nach vorne gehen und anfangen sollte, mein Leben anders zu gestalten. So vergingen Jahre und mein Leben ging immer weiter in die entgegen gesetzte Richtung.

Alle irdischen Dinge, denen ich einmal nachgegangen bin, brachten mir auf Dauer keine Freude mehr ein. Wenn, dann nur für eine kurze Zeit, danach fühlte ich eine innere Leere und das Verlangen nach etwas Größerem. Manchmal hatte ich Träume, dass das Ende der Welt kam. Dann war ich total erschrocken und habe – immer noch im Traum –   schnell gebetet, dass der Herr mir meine Sünden vergeben möchte, denn ich wollte auch im Himmel sein, ich wollte ja nicht verloren gehen. Jedes Mal  war ich  so froh und erleichtert, dass es nur ein Traum war und nicht Wirklichkeit. Dies bedeutete für mich, dass ich immer noch Zeit hatte.

Und noch ein Gedankte beschäftigte mich: Ich wollte mit meiner Bekehrung nicht warten, bis mir etwas im Leben zustößt, um dann in Trübsal und Leiden anzufangen Gott zu suchen; erst wenn alles andere nicht mehr hilft, dann erst Gott suchen, nein, dass wollte ich nicht. "Not lehrt beten" sagt ein altes Sprichwort, ich wollte nicht warten, bis diese schlechte Zeiten in meinem Leben irgendwann durch Krankheit oder ähnliches anbrechen.

Ich fing an Gott zu suchen. Ich schrieb an die Evangeliums Posaune und begann mit Schwester Ina Scheming und Bruder Semenjuk aus Edmonton schriftlich zu kommunizieren. Ich fand, dass ich lieber meine Gedanken zu Papier bringen sollte als persönlich mit jemandem darüber zu sprechen.

Ina Scheming schickte mir einige CD's zu. Die erste Predigt die ich hörte, war von Harry Semenjuk: " Jesus kam - Er kommt - Er wird wieder kommen“. Diese war mir sehr wichtig geworden. Br. Semenjuk stellte unter anderem die Frage: " Wenn heute Nacht die Posaune Gottes ertönen würde, wärst du dann bereit, in die Ewigkeit zu gehen?" Diese Worte haben mir die Augen geöffnet - da musste ich sofort auf die Knie gehen und beten. Das fiel mir überhaupt nicht schwer, denn erst ein paar Wochen zuvor waren meine Eltern nach einem Besuch in Australien nach Deutschland zurückgeflogen und ich bereute es, dass ich mich nicht getraut hatte, mit ihnen über meinen inneren Wunsch, Gott persönlich kennen zu lernen, zu sprechen.

Seit diesem Tag habe ich den festen Entschluss gefasst, Jesus zu folgen. Es ist  manchmal nicht so leicht, wie ich es mir vorgestellt habe, denn ich habe hier in Australien noch niemanden kennen gelernt, der genau meine Erkenntnis mit mir teilt. Gott schenkt mir jedoch jeden Tag aufs neue die erforderliche Gnade, er hat mich innerlich erneuert, er hilft mir – wenn auch in kleinen Dingen – stets so wunderbar, ich darf es täglich neu erfahren.

Ich bin Gott dankbar für so viele Möglichkeiten, im Glaubensleben mehr und mehr voran zu kommen, obwohl ich hier in Melbourne keine Gemeinde Gottes habe. Ich besuche zwar eine deutsche lutherische Kirche, die Lehre ist jedoch nur oberflächlich, wie in so vielen anderen Gemeinden. Trotzdem bemühe ich mich, sonntags die Kirche zu besuchen, um etwas von unserem Gott zu hören und mich einfach spüren zu lassen, dass es "Sonntag" ist. Vor allem gibt es dort eine Kinderstunde, die ich gerne mit meinem Sohn besuche. Denn der Bibelspruch aus Sprüche 22,6 drückt das aus, was ich persönlich empfinde: „Wie man einen Knaben gewöhnt, so lässt er nicht davon, wenn er alt wird." Ich bin ein lebendiges Beispiel dafür und ich möchte es meinem Sohn nicht vorenthalten, von unserem Jesus zu hören. Auch ich hatte seit meiner Kindheit dies Vorrecht und ich sehe meine Lebensaufgabe darin und es ist mein Streben, dies an ihn weiter zu geben. Ich möchte an dieser Stelle auch alle Eltern, deren Kinder noch in der Finsternis wandeln, ermutigen, nicht aufzuhören, für sie zu beten. Nein, gebt nie auf, denn "Was kein Lieben mehr erreicht, der Mutter Beten Stein erweicht".

Auch möchte ich mich herzlich für die Möglichkeit der Telefonübertragungen der Gottesdienste bedanken sowie für die Übertragung per Livestream im Internet während der Pfingsttage in Herford. Dies ist eine sehr gute Einrichtung gerade für Menschen wie mich, die gerne im Gottesdienst dabei sein wollen, aber aus verschiedenen Gründen nicht dabei sein können.

Ich hoffe, dass es auch in absehbarer Zeit in der Gemeinde Gottes in Herford die Möglichkeit gibt, den Gottesdienst per Livestream mit  anzusehen. In Edmonton ist es schon realisiert worden, ich nutze dies mit Freuden, wofür ich auch sehr dankbar bin.

Ich danke auch den Geschwistern aus den Gemeinden, die sich mit mir in Kontakt setzten, nachdem sie mein Zeugnis in der Evangeliums Posaune gelesen hatten. Besonders danke ich Inna Graminsky für den liebevollen  Brief und  die Traktate; sie ermutigte mich obwohl sie mich persönlich nicht kannte. Gott möge es euch vergelten und euch weiterhin segnen!

Hiermit möchte ich mich auch entschuldigen, falls ich vielleicht jemanden beleidigt oder verletzt habe oder aber in der Vergangenheit zum Anstoß gewesen bin, bitte verzeiht  mir dies.

Bitte betet für mich, dass ich in meinem Glaubensleben voran komme und in "Down Under“ durchhalte. Mein Verlangen und Wunsch ist es, dass es einst von mir heißen kann: DURCHGEHALTEN!

In Liebe
Elina Gleske

Melbourne, Australien