Sei nun wieder zufrieden, meine Seele

Auf Grund einer Hauterkrankung musste ich Mitte Juni ins Krankenhaus eingeliefert werden, um mich einer Operation zu unterziehen.

Meine einfache Bitte an Gott war, dass ich mit allem, was auf mich zukommt, zufrieden und genügsam sein könnte.

So begab es sich, dass ich im Krankenzimmer einen Mann kennen lernte, der an Leukämie litt. Da sein gesundheitlicher Zustand sehr schwach war, konnten wir zwar nur kurze, aber doch interessante Gespräche führen.

Eines Tages bekam er wieder eine Chemotherapie verabreicht, es war seine sechste. Ich selbst musste noch nie eine derartige Therapie über mich ergehen lassen und war auch nie in irgendeiner Form dabei gewesen. Nach ca. zwei Stunden traten bei ihm sehr starke Schmerzen auf und schließlich folgten hohes Fieber und Schüttelfrost.

Mein Mitpatient, eigentlich ein großer und tapferer Mann, begann, wie ein Kind zu weinen. Ich konnte auch nicht anders, als mit ihm zu weinen, da ich die ganze Zeit mit ihm mitgefühlt hatte.

Nach mehreren Stunden beruhigte er sich etwas und fragte mich dann plötzlich, was ich denn für ein gesundheitliches Problem hätte.

Ich schilderte ihm kurz meine Krankheit. Daraufhin antwortete er: "Komm, wir wollen tauschen." Diese Worte haben mich tief berührt. Mein Bettnachbar wäre mit meiner Krankheit zufrieden, er würde mit ihr sogar leben wollen.

Doch - bin ich zufrieden ?


Abends im Gebet, dankte ich Gott für diese Erfahrung, dass Er mein Gebet, z u f r i e d e n sein zu können, erhört und beantwortet hat. Ihm, unserem Vater im Himmel, der alles, und auch unser Leben in der Hand hält, sei dafür Ehre und Dank.

W. Bischof