Wirf dein Anliegen auf den Herrn

Zur Osterkonferenz 2006 hat mich eine Sache besonders beeindruckt. Es war im Anschluss an einen Gottesdienst, in dem für die Kranken gebetet wurde. Diese Stille, die den Raum füllte und die Gebete, die gemeinsam zu Gott emporstiegen, ließen mich die Gegenwart Gottes besonders wahrnehmen. Es hat mich als jungen Menschen sehr angesprochen, auch in meinem Leben meine Anliegen - vor allem auch gesundheitlich - im Glauben auf den Herrn zu werfen und trotz fortgeschrittener Medizin das Vertrauen in erster Linie auf den Herrn zu setzen.
Auch die verschiedenen Zeugnisse über Krankenheilung in der Evangeliumsposaune haben mich sehr ermutigt und diesen Wunsch in mir immer größer werden lassen.
Nun kann ich in meinem Leben - Gott sei Dank - noch nicht viel von Krankheiten, die mich betroffen hätten, berichten. Aber eine Begebenheit regt mich zu besonderem Dank an, den ich Gott an dieser Stelle durch dieses Zeugnis geben möchte.
Ich hatte vor einiger Zeit eine längere Strecke mit dem Flugzeug zurückzulegen. Bereits während der ersten Zwischenlandung bekam ich so starke Ohrenschmerzen, mit denen ich bei vorherigen Flügen nie zu kämpfen hatte. So nehme ich an, dass diese aus einer verschleppten Erkältung rührten. Das Gespräch mit meiner netten älteren Sitznachbarin musste ich abbrechen und ich krümmte mich vor Schmerzen. Ich hatte vorher nicht gedacht, dass man solche Ohrenschmerzen überhaupt haben könne.
Der hohe Druck schien mir jeden Moment das Trommelfell zu zerreißen. Mit Tränen in den Augen flehte ich zum Herrn, er möge mir doch bitte helfen und die Situation ein wenig erträglicher machen. Währenddessen kam mir der o.g. Bibelvers in den Sinn, den mir einige Wochen vorher jemand zu einer anderen Gelegenheit als Ermutigung mit auf den Weg gab. Doch er schien mir auch hier sehr zutreffend zu sein. Und so warf ich mein Anliegen auf den Herrn. Nach der Landung musste ich mit meinem Gepäck durch den Zoll. Die Schmerzen waren verschwunden, doch ich verstand die Zollbeamten kaum. Meine Ohren waren belegt und ich hörte beim Sprechen meine eigene Stimme sehr laut. Dadurch entstanden einige Verständigungsschwierigkeiten. Zudem bat mich die ältere Dame, die den gleichen Anschlussflug wie ich hatte, ihr in ein paar Dingen behilflich zu sein. Vor allem von der Unterhaltung mit ihr während der Wartezeit war ich sehr angestrengt. Sie wusste ja nicht, dass ich so schlecht hörte.
Als wir wieder in der Luft waren, bemerkte ich keinerlei Probleme. Wie freute ich mich. Beim Landeanflug zum zweiten Zwischenstopp kamen jedoch dieselben Schmerzen wieder. Und erneut warf ich mein Anliegen auf den Herrn. Es wurde erträglicher. Auf dem Boden waren sie weg, aber das Verständigungsproblem blieb.
Als ich das dritte und letzte Mal für diesen Flug in die Maschine stieg, bat ich den Heiland, er möge mir doch bitte helfen.
Da ich meine Familie längere Zeit nicht gesehen hatte und man sich nach so einer langen Zeit natürlich besonders viel zu erzählen hat, wollte ich ihnen doch freudig begegnen und nicht mit einem traurigen Gesicht und schmerzenden Ohren, die eine Unterhaltung ausgeschlossen hätten.
Ermutigt durch den Vers - nicht nur mein Anliegen auf ihn werfen zu dürfen, sondern auch von ihm versorgt zu werden - und die gelesenen Zeugnisse, in denen Gottes Hilfe bezeugt wurde, befahl ich mich ihm an.
Nun wartete ich mit Spannung - aber doch immer wieder um Glauben bittend - auf den Anflug nach Frankfurt. Wenngleich ich noch ein wenig - im Vergleich zum ersten Anflug jedoch kaum erwähnenswerte - Schmerzen bemerkte, so war nach der Landung jede Spur von Ohrendruck oder Hörschwierigkeiten verschwunden. Ich konnte mich frei unterhalten. Wie ich mich freute, kann ich schwer in Worte fassen. Auch wenn meine Begebenheit im Gegensatz zur Heilung einer schweren Krankheit vielleicht kaum erwähnenswert zu scheinen mag, so bedeutet es mir persönlich deswegen nicht weniger - denn Gott hat geholfen, das ist der ausschlaggebende Punkt.
Ich warf mein Anliegen auf den Herrn. Er half zwar nicht sofort in dem Maß, wie ich es mir bei der ersten Landung vorgestellt hätte. Dennoch half er in vollem Maß und zur rechten Zeit und er versorgte mich. Das reichte mir.
Lieber Leser, wirf auch Du Dein Anliegen auf den Herrn. Wir kennen zwar nicht das WIE, aber wir dürfen wissen, DASS er uns versorgen wird. Das sollte reichen.
Lasst uns mit Jeremia sagen: "...denn ich habe DIR meine Sache befohlen." (Jer. 20,12)