Bibelkurs in Herford 2008

Wir alle wissen wohl um die wertvolle Bedeutung eines Urlaubs um von der Arbeit, ja von den Alltagspflichten einmal auszuruhen. Schon Wochen vorher freut man sich darauf und zählt schließlich die Tage. Dies ist nur ein schwacher Vergleich zu unserem diesjährigen Bibelkurs, in dem die Seele Erholung finden durfte. Einfach mal die Alltagssorgen hinter sich lassen und seine Zeit dem Wort Gottes und seiner eigenen Seele zu widmen.

Geplant waren die zwei letzten Wochen im Juli. Den Unterricht der ersten Woche sollten sich die Brüder aus unterschiedlichen Ortsgemeinden aufteilen, der der zweiten Woche war Bruder Krebs aus Kanada zugedacht. Doch es kam anders. Bruder Krebs musste seine Zusage leider zurücknehmen, da er ernst erkrankte und sich einer Operation unterziehen musste. Es war nicht einfach, diese Umstände hinzunehmen, sowohl für die Teilnehmer, die sich doch so sehr auf sein Kommen gefreut hatten, als auch für die Brüder am Ort und nicht zuletzt für Bruder Krebs selbst. So entschied man sich, den Bibelkurs von zwei Wochen auf eine zu reduzieren, obwohl wir im Nachhinein festgestellt hatten, dass der Unterrichtsstoff wohl auch für 2 Wochen gereicht hätte. Auch durfte Bruder Fitzner uns am Ort dienen.

Wir begannen den Tag mit gemeinsamem Frühstück. Danach folgten eine Morgenandacht und anschließend zwei Unterrichtsblöcke von jeweils anderthalb Stunden. Nach der Mittagspause folgten zwei mal jeweils eine Stunde Unterricht.

Wie viel Themen bekäme man wohl an 5 Tagen in 5 Stunden zusammen?

Fünf Tage nur mit dem Wort Gottes mögen sich für manchen lang anhören. Doch wie schnell verrinnt die Zeit, wenn man sich konzentriert einem oder mehreren Themen widmet. So durften wir uns durch Bruder Ress, Bruder Brose, Bruder Jeske, Bruder Vogt den Themen: "Erlösung", "der Apostel Paulus", "Die Stadt Jerusalem" und "Das Kommen Christi" nahen. Auch Bruder Fitzner brachte uns in diesen Tagen manch wichtige Botschaft.

Was bedeutet völlige Erlösung? Manch einer mag diese Frage vielleicht in einem Satz beantworten können. Doch wenn man das Ausmaß ihrer Wirkung im praktischen Leben tiefgehend betrachtet, dann reichen selbst 4-5 Unterrichtsstunden nicht aus. Wie köstlich die Verheißung, dass wir ein siegreiches Leben führen dürfen. Das rechtzeitige Gebet wird uns in der Versuchung vor dem Fall bewahren, denn "Christus errettet uns jetzt". Im Hinblick auf die völlige Erlösung stellten wir fest, dass es Menschen gibt, die sie voll in Anspruch nehmen und leider auch solche, die sie nicht voll in Anspruch nehmen. Letzteres ändert aber nichts an der Tatsache der Existenz der völligen Erlösung. Wenn ich mein Leben betrachte, zu welcher Klasse gehöre ich? Bin ich ein Segen oder ein Hindernis im Werk des Herrn?

Auch durften wir vom Leben des Apostel Paulus hören. "Paulus, ein Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes" (2. Kor. 1,1). Wir wurden durch einige Stationen seines Lebens geführt. Wie und wo er groß wurde. Welches Umfeld ihn prägte. Was er an Wissen und Kenntnis besaß. Wie aus Saulus Paulus wurde. Wie Gott ihn für seinen Dienst ausrüstete, ihm zur Seite stand und ihm keine Bürde auflegte, welche er nicht tragen konnte. Liebe Geschwister, dies ist ein schöner Gedanke. Mögen noch so viele Stürme toben, Gott führt seine treuen Diener hindurch. Lassen wir IHN doch durch uns wirken!

Die "Stadt Jerusalem" war das Thema, in dem es um die Gemeinde Gottes ging. Sie ist ein Sinnbild dafür und gibt uns Aufschluss über ihre Lehre. Gott selbst baut diese Stadt und seine Bauleute lassen sich nach seinem Willen gebrauchen. Doch wer sind diese Bauleute? Wie sind sie es geworden? Was erhalten sie als Lohn? Was sind ihre Aufgaben und welches Baumaterial nutzen sie? Wo liegen die Hindernisse beim Bauen? Das sind nur einige der Fragen, auf die ein Bürger dieser Stadt unbedingt eine Antwort haben sollte. Die Lehre der Gemeinde Gottes ist ein so zentrales Thema, was heutzutage leider oft in den Hintergrund rückt. Eine persönliche Auseinandersetzung damit wird uns helfen, einen klaren Standpunkt zu vertreten.

Des Weiteren hörten wir über das "Kommen Christi". Der Gedanke daran ergriff uns tief. Wie wird es wohl sein, wenn ER zum Gericht erscheinen wird. Wann wird dies sein und was sind die Zeichen seines Kommens? Es ist wichtig, in all unserer Geschäftigkeit an das Endgericht zu denken, um uns immer wieder auf das Wesentliche zu besinnen. Viele mögen den Gedanken an das Endgericht im Alltag beiseite schieben, doch dem jüngsten Tag müssen wir uns stellen, spätestens dann, wenn er anbricht. Wäre es da nicht besser, sich schon im Vorfeld darauf vorzubereiten? Es ist unbedingt ratsam. Als Kinder Gottes soll uns dieser Tag aber auch daran erinnern, für eine verlorene Welt zu beten. Wann hast Du das letzte Mal für Deine Nachbarn gebetet, oder für Deine Arbeitskollegen, ja dafür, dass Seelen gerettet werden?

Wir danken Gott für die Gnade und den Segen, die er uns in den Tagen gab, uns seinem Wort zu nahen. Neben dem Inhalt wurden uns aber auch die Geschwister, die organisatorische Aufgaben übernahmen, zum großen Segen. Für manche begann der Tag bereits früh am Morgen mit der Zubereitung des Frühstücks. Danach folgten das Mittagessen mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Die Räumlichkeiten mussten geputzt werden und die Helfer opferten Zeit und teilweise Urlaub, um diese Tage mitzugestalten. Es beeindruckte einen, dass die Arbeit so freudig erfolgte, ohne dass die Betroffenen viele Worte darüber verloren. Es gab einige Tätigkeiten, die zunächst gar nicht so offensichtlich schienen, im Nachhinein jedoch reichen Segen brachten. Da waren zum Beispiel Geschwister der Gemeinde, die Früchte gesammelt hatten, um Marmelade für das Frühstück zu kochen.

Nicht zu vergessen sind an dieser Stelle auch die Beter, die an diese Tage und besonders an die Lehrer gedacht haben. Wir haben alle eine ganz besondere Zeit verbracht, Gottes Leitung und seine Gegenwart so reich erlebt.

Das Schöne daran ist, dass der Segen mit dem Abschluss des Bibelkurses nicht aufgehört hat, sondern wir noch jetzt, im persönlichen Studium davon zehren. Wir möchten jeden ermutigen, auch mal über einen "Urlaub der Seele" nachzudenken, sei es in Form eines Bibelkurses oder in Form eines Selbststudiums der Bibel. Es lohnt sich! Und man geht gestärkter und erholter als aus jedem anderen Urlaub hervor. Garantiert!