Sorget nicht

Euer Vater im Himmel aber weiß, dass ihr das alles braucht.“

Es gibt Dinge, die gehen uns viel leichter über die Lippen, als das sie sich in die Tat umsetzen lassen. In vielen Fällen trifft dieses wohl auch auf obigen Bibelvers zu. Jeder von uns weiß ganz gewiss, was es heißt, sich Sorgen zu machen. Jeder kennt diese Ungewissheit, dieses beklemmende Gefühl wenn etwas schief gelaufen ist, etwas Unerwartetes eingetreten ist oder der ersehnte Rückruf des Reisenden über seine gute Ankunft ausbleibt. Da sind Sorgen bezüglich der Zukunft, Sorgen vor dem Altwerden, Sorgen, die nächste Arbeitswoche zu meistern. Sind Sorgen nicht allgegenwärtig?

Die Frage ist: Kontrollieren sie uns, oder kontrollieren wir sie? Die Antwort hierauf ist für unser Leben nicht unerheblich – auch für unser geistliches nicht.

Da ist ein Kind, das dringend ein paar neue Schuhe bräuchte. Macht es sich diesbezüglich Sorgen, oder weiß es, dass es eine Mutter und Vater hat, die dafür sorgen werden? Und haben Mutter oder Vater dieses Problem nicht schon viel früher erkannt? Sie wissen also, was ihr Kind braucht. Dieses kleine, scheinbar bedeutungslose Beispiel zeigt uns, wie Gott für uns sorgen will. Gott will, dass uns die Sorgen - auch die des Alltags - nicht den Blick auf Gott verstellen. Wir müssen lernen was es heißt: „ … euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht!“. Wenn ER sorgt, dann ist das völlig ausreichend.

Eine solche Lebensweise hat einen gravierenden Vorteil. Je weniger wir uns um unsere alltäglichen Belange sorgen, umso mehr können wir unsere Kräfte der Sache Gottes widmen. Sagte Jesus nicht schon damals zu seinen Zuhörern „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit…“? Das ist es, was Gott möchte. Die Sache Gottes sollte den höchsten Stellenwert in unserem Leben haben und dasselbe bestimmen. Heißt es nicht, dass wir ohne Aufhören Gutes tun sollen, am meisten aber an den Gläubigen? Wenn das unsere Lebenseinstellung ist, dann beschäftigen uns ganz andere Fragen und Bitten: „Wie können wir - wie kann ich - geistlich wachsen?“, „Welche Aufgabe hat Gott für mich vorgesehen - Zuhause, in meinem Umfeld, in der Gemeinde?“, „Herr, zeige du mir mich selbst.“ usw…

Der zitierte Bibelvers geht ja aber noch weiter. Denn wenn wir die Bedingung erfüllen, zuerst nach dem ‚Reich Gottes’ zu trachten, dann heißt es: „… so wird euch alles andere zufallen.“. Aber wie ist das möglich? Ganz einfach, „… denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.“.

Lieber Leser, wie sieht es in deinem Leben aus? Bist du jemand der weiß, was es heißt, sorgenfrei zu leben? Das heißt in der Tat nicht, dass wir keine Sorgen im Leben haben werden, aber wir dürfen sie sogleich an Gott weiterreichen und wissen, dass ER irgendwie für uns sorgen wird. Irgendwie? Nein, sondern so, wie es für uns am besten sein wird. Lasst uns das doch (er-)leben. Jeder von uns hat es in der Hand.

N. Ernst