Die "eigentliche Sünde"

Johannes 16,9 - Monatsvers November

Jesus sagt: „Die Sünde besteht darin, dass sie nicht an mich glauben.“

Würden wir eine Umfrage starten, welche Bedeutung der Begriff „Sünde“ aufweist, so hätten wir womöglich viele Antworten, die sich ganz konkret auf bestimmte Taten beziehen: Sünde ist dieses und jenes; Sünde ist, wenn man das eine tut oder das andere unterlässt. Diese Aussagen müssen nicht falsch sein, treffen allerdings nicht den Kern des Problems.
Manche Bibelübersetzer sprechen hier an dieser Stelle von der „eigentlichen Sünde“. Woraus besteht diese „eigentliche Sünde“, von der Jesus in seinen Abschiedsreden seinen Jüngern berichtet?
Sie besteht aus der einfachen, im Bibelvers genannten Tatsache, nicht an Christus glauben zu wollen. Oder mit anderen Worten: Gott in unserem Leben nicht Gott sein lassen wollen.
Wenn die Bibel vom Glauben an Gott berichtet, dann meint sie nicht die Annahme, dass ein höheres Wesen existiert. Biblischer Glaube basiert auf einer Beziehung zwischen Mensch und Gott, die Gott eben als Gott akzeptiert und ihn nicht zurückweist.

Gott will von uns erkannt und geliebt werden – indem wir ihn nicht weiter ignorieren, indem wir nicht weiter in Selbstsucht und Hochmut bleiben, sondern Ihn bitten, die Führung in unserem Leben zu übernehmen. Hier schließt sich der Kreis: Bleiben wir dabei, dass wir Gott nicht im eigenen Leben akzeptieren und uns ihm nicht unterordnen, dann kommt es zu den Tatsünden, die einleitend erwähnt wurden. Ursache und Wurzel dieses Verhaltens ist aber die „eigentliche Sünde“: die geheime oder offene Rebellion gegen Gott, gegen Jesus Christus als deinen persönlichen Erlöser.

Dann erst können wir begreifen, was der Dichter mit folgenden Zeilen meint:

Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt,
ob Stürme auch drohen von fern,
mein Herze im Glauben doch allezeit singt:
Mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn".