Leiden

Hiob 42,5 - Monatsvers März

Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.

Leiden – es kann überall gegenwärtig sein. Die Bibel zeigt uns das beeindruckende Beispiel des Hiob, der immer weiter in menschliche Not und tiefes Leiden geführt wurde. 
Doch seine Leidenszeit war nicht endlos, sinnlos oder wertlos – wie er im Monatsvers beschreibt, hat er Gott wirklich kennen gelernt. Ganz nah, ganz persönlich.
 Auch die neue Ausgabe der Evangeliums Posaune mit dem Titel „Ermutigung“ soll uns dabei helfen, in schwierigen Momenten nicht am Leben zu verzweifeln, sondern Gott und seinen Trost zu suchen. Die folgende kurze Erzählung darf uns schon an dieser Stelle einen kleinen Einblick geben.
 Wir wünschen beim Lesen Gottes Segen!

Der Segen des Leidens

Über dem Bett unserer lieben, viele Jahre lang gelähmten Großmutter hing ein eigenartig gemalter Wandspruch. Um das einzige, ernste Wort „Leiden“ rankte sich ein Blütenkranz, aus dessen dunklem Blättergrün mehrere kleine, weiße Streifen hervorleuchteten, auf denen wiederum zu lesen war: 
„Ich muss“ – „Ich kann“ – „Ich will“ – „Ich darf “. – „Großmutter, was soll denn das bedeuten?“, fragten wir.

Da antwortete sie, die immer so geduldig in ihrem Stuhl saß, mit feinem Lächeln: 
„Ja, seht ihr, zuerst denkt der Mensch, wenn er in die Schule des Leidens geführt wird, nur an das Schwere der Krankheit. Er stöhnt und jammert unter dem bitteren ‚Ich muss‘. 
Nach und nach lernt er dann zu sagen: ‚Ich kann‘, denn er spürt, dass Gott ihm alle Tage die Kraft schenkt, das Leiden zu tragen. 
Wieder nach einiger Zeit – es dauert oft lange – schreitet er vor zu dem gehorsamen ‚Ich will‘, und endlich scheint ihm im Leidensdunkel das helle Licht: ‚Der Herr hat mich besonders lieb!‘ Darum kann er nun sagen: ‚Ich darf ‘. - Jetzt seid ihr noch zu klein; aber später werdet ihr es verstehen.“ 
Die Großmutter hatte Recht behalten. Auch zu uns kam der Segen des Leidens.