Wahre Liebe

1. Johannes 3,18 - Monatsvers Juni

Meine Kinder, unsere Liebe darf nicht nur aus schönen Worten bestehen. Sie muss sich in Taten zeigen, die der Wahrheit entsprechen: der Liebe, die Gott uns erwiesen hat.

 

K. Rennstich beschreibt in einem kleinen Erlebnis, worauf es beim Thema „Liebe“ ankommt:

„Es war in einer schlichten Dorfkirche auf der Insel Borneo. Ich versuchte in der Predigt, das Wort ,,Liebe“ zu erklären. Der Sprache nicht mächtig, verlas ich 1. Korinther 13. Und dann redeten wir miteinander über den Begriff „Liebe“. Ich wollte mit der Gemeinde die richtige Übersetzung des Wortes finden. Wir überlegten hin und her.
Plötzlich sagte ein älterer weiser Mann: „Wenn das wahr ist, was wir nun aus dem Hohelied der Liebe gehört haben, dann müssen wir jetzt über etwas anderes reden.“
Und er erinnerte daran, dass ein Gemeindeglied im Krankenhaus liege und seine Frau ihn dort versorge. Es sei aber auch Zeit, den neuen Reis zu pflanzen. Da der Kranke das nun nicht tun könne, wäre es doch die unwiderstehliche Logik der Liebe, sich zu einigen, wer das Reisfeld des armen Kranken mitbearbeiten würde.
Zuerst herrschte lange Stille. Dann begann eine große Diskussion. Alle sahen die Logik ein. Aber jeder hatte auch seine eigene Logik. Der Gottesdienst dauerte dann noch eine gute Stunde. Am Ende aber war uns klar, wer am Montag, Dienstag und in den restlichen Tagen in der Woche auf dem Reisfeld des Kranken freiwillig arbeiten würde.
Über die Liebe kann man nicht diskutieren; sondern man versteht sie erst, wenn man nach der Liebe handelt.“

Dieser Text ist der aktuellen Evangeliums Posaune mit dem Thema „Die Liebe – das Größte“ entnommen.