QSL-Bestätigung

Liebe Freunde und Zuhörer der Radiosendung »Botschaft des Heils«,

seit nunmehr über zehn Jahren betreut das Radioteam die Zuhörer unserer 15-minütigen Sendung im europäischen und deutschsprachigen Raum. Hierbei soll nicht unerwähnt bleiben, dass das Programm von unseren Gemeinden in Kanada erstellt, und dann von einer Radiostation in Deutschland ausgestrahlt wird.

Durch die vielen Zuschriften knüpften sich über die Jahre gute Kontakte mit der Hörerschaft. Dabei wurden wir unweigerlich auch auf die Thematik der "QSL - Karten" aufmerksam gemacht. Diese werden vom Herausgeber der Sendung, oder von der Radiostation für eingesandte Radio-Empfangsbestätigungen verschickt. Ende 2007 haben wir uns dazu entschlossen, für jedes Jahr eine neue Serie dieser QSL - Karten herauszugeben, und konnten dadurch den Kreis der Zuhörer kontinuierlich erweitern.

Nachdem die QSL-Reihen hauptsächlich Zitate aus der Bibel zum Thema hatten, sollen dieses Jahr Liedtexte auf die Karten gedruckt werden. Lieder sind mit ihrem Inhalt immer inspirierend; manchmal sind es aber auch besondere Momente im Lebensverlauf eines Autors, die zur näheren Betrachtung einladen. Freuen wir uns auf ein von Liedern begleitetes Jahr!

Sollten Sie es einmal nicht schaffen, uns im entsprechenden Quartal einen Empfangsbericht zu schicken, so können Sie die QSL - Karten früherer Quartale und Jahre anfordern.

Wir freuen uns auf Ihre Empfangsberichte!

Ihr Radioteam

 

 

Quartal I/2017 - Von guten Mächten wunderbar geborgen

Den Auftakt für dieses Jahr stellt ein Lied dar, dessen Inhalt auf den ersten Blick sehr tröstlich ist, dessen Entstehungsumstände indes alles andere als stimmungsvoll und gemütlich waren.

Dietrich Bonhoeffer schrieb diese Strophen 1944 aus dem Berliner Gestapo-Gefängnis als Weihnachtsgrüße an seine Verlobte Maria von Wedemeyer-Weller und auch an die Familie.

Anfang 1943 war Bonhoeffer gemeinsam mit anderen Angehörigen einer Widerstandsgruppe gegen Hitler inhaftiert worden, seitdem wartete er als „persönlich Gefangener“ Hitlers wegen „Wehrmachtzersetzung“ auf seinen Prozess und das Urteil. Weil die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende begründet schien, verzögerten Freunde Bonhoeffers seinen Prozess, so dass sich die Zeit der Inhaftierung auf Eineinhalb Jahre erstreckte. Über dem Berliner Gestapo-Gefängnis kreisten endlich tatsächlich die Flieger der Alliierten. Zu diesem Zeitpunkt war alles denkbar, die Erwartungen schwankten zwischen Leben und Tod – für alle Beteiligten eine sehr zermürbende Situation.

Trotz aller Hoffnung soll für Bonhoeffer dann doch der schlechteste Fall eintreten. In einem Schnellverfahren wird am 09. April 1945 über Bonhoeffer das Todesurteil verhängt, zusammen mit 5000 weiteren Inhaftierten geht es von Berlin in das Konzentrationslager Flossenbürg, wo er erhängt wird. Flossenbürg ist eines der letzten intakten Konzentrationslager, andere Gebiete Deutschlands waren bereits befreit.

Diese bittere Wahrheit ahnt Bonhoeffer wohl, als er Anfang April einem britischen Mitgefangengen an seinen Freund George Bell eine letzte Botschaft überbringen lässt: “Tell him (he said) that for me this is the end but also the beginning. With him I believe in the principle of our Universal Christian brotherhood which rises above all national interests, and that our victory is certain […]”.

[„Sage ihm (bat er), dass dies für mich das Ende, aber auch der Anfang ist. Mit IHM glaube ich an das Prinzip der universellen christlichen Brüderlichkeit, welche über alle nationalen Belange erhaben ist, und dass unser Sieg sicher ist […].“)

Trotz dieser traurigen Umstände strahlen seine Liedzeilen einen tiefen Frieden und die Worte an den Freund eine bemerkenswerte Zuversicht aus. Diese Verbundenheit in der göttlichen Hoffnung und die unerschütterliche, auf Gott gegründete innere Stärke darf uns Mut machen. Auch wenn die Sorgen unseres Lebens meist weniger dramatisch sind, so dürfen auch wir diese tiefe Verbindung zu Gott und die unerschütterliche Kraft erleben.

 

Quartal II/2017 - O Haupt voll Blut und Wunden

Das besungene Leiden Jesu in dem Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ stimmt zunächst traurig und mitleidend, doch nimmt die Schilderung eine tröstliche Wendung.

Der Lieddichter Paul Gerhardt bleibt nicht beim bloßen Erkennen des Offensichtlichen stehen, vielmehr begreift er das stellvertretende Leiden Jesu an eigener Statt: „Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast.“ Nach einer dankenden Würdigung dieser unaussprechlichen Gnade, äußert er in den folgenden Strophen den Wunsch: „Ach gib, dass ich mich halte zu dir und deiner Treu und, wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei.“ Dass dieser Wunsch wahr werden kann, ist nicht nur Jesu Leiden und Sterben zu verdanken, sondern besonders seiner Auferstehung, seinem Sieg über den Tod. Daher kann der Dichter das traurig beginnende Lied tröstlich enden lassen mit den Worten: „Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein. […] Wer so stirbt, der stirbt wohl“.

 

Quartal III/2017 - Großer Gott wir loben dich

Das uns wohlbekannte Lied „Großer Gott wir loben dich“ dient nicht nur den Gläubigen heute zur Anbetung Gottes und zur Erbauung; das Lied wurde bereits von vielen Generationen gesungen. Die ursprüngliche Form war ein Hymnus aus dem 4. Jh., seine jetzige Form erhielt es von Ignaz Franz 1771. Seitdem singen es Gläubige in aller Welt um Gott ihre Verehrung darzubringen.

Gemäß unserem Motto „Mit dem Lied durchs Jahr“, fällt dieser Anbetungsgesang in die Sommermonate, wo Gott uns mit einer überfließenden Vegetation beschenkt, deren Schönheit und Früchte wir von Herzen genießen dürfen. In solch üppigen Zeiten singt sich der Lobgesang „Großer Gott wir loben dich“ mit wahrer Begeisterung und Hingabe.